Seit dem Unfall bin ich auf dem Level C1 querschnittsgelähmt. Das heisst, ich kann unter meinem ersten Halswirbel nichts bewusst bewegen. Medizinisch zieht das eine ganze Menge nach sich. Das für Aussenstehende wohl auffälligste ist, dass ich beatmet bin. Ich habe ein Tracheostoma, alsoeine Plastikkanüle in meiner Luftröhre, in die eine Maschine Luft bläst. Für mich bedeutet der Unfall, dass ich auf meinen Kopf beschränkt bin. Ich fühle, spiele und bewege mich über meinen Kopf. Sei es, dass ich mit dem Kinn Schalter betätige, mit dem Mund male oder mit meinen Augen einen Computer steuere. Für mich und meine Familie geht es nun darum, das Beste aus der Situation zu machen. Ich habe die gleichen Bedürfnisse, wie jedes Kind. Auch ich möchte am Alltag teilnehmen und selbstständig sein. Unter anderem versuchen wir das so umzusetzen: Was jetzt? Wer mich kennt weiß, dass ich ganz selbstverständlich am Leben teilhabe. Wie jedes andere Kind lebe ich zuhause bei meiner Familie. Wir lesen, spielen, gehen einkaufen, kochen, essen, machen Ausflüge, gehen spazieren, gehen ins Schwimmbad und vieles mehr. Als Unterstützung für mich und meine Eltern ist fast immer eine Krankenschwester dabei. Die brauche ich, da mein Leben von medizinischen Geräten abhängt. Um all das tun zu können, was andere Kinder auch tun, brauche ich oft Hilfe. Sei es der Rollstuhl, das Fahrrad mit Beiwagen oder einfach jemand, der für den Moment meine Hand ist. Ich bin viel unterwegs. Dieses Jahr sind wir das erste Mal mit dem Wohnwagen in den Urlaub gefahren. Seit dem Schuljahr 2013 gehe ich in die Montessorischule Eggenfelden. Hier fühle ich mich total wohl. Ich kenne die Schule schon seit einem Jahr, da ich hier schon in den Kindergarten gegangen bin. Auch mein Bruder und mein Papa sind an der Schule. Ich habe ganz große Lust zu lernen. Mein Werkzeug dazu ist der Tobii Eye, ein Computer mit Augensteuerung, den ich schon eine Weile habe. Ganz neu haben wir dazu die Integramaus gekauft, eine Computermaus, die ich mit dem Mund steuern kann.